Der standhafte Kegel

 

Der standhafte Kegel

Britta Chr. Keller

Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass ein Kegel sich vom anderen kaum unterscheidet. Gleichen tun sie sich auch in ihrer Neigung schnell ins wanken zu geraten und umzufallen.

Dieser Kegel hat seinen angestammten Platz, nicht ganz freiwillig verlassen. Er ist mit der Kunst in Berührung gekommen. Das war bestimmt nicht immer ganz einfach oder schmerzfrei. Doch der Prozess hat seinen Standpunkt verändert. Er ist gewachsen. Es kann jetzt über die Köpfe seinesgleichen hinweg schauen. Dadurch gelingt es ihm Dinge wahrzunehmen, die anderen verborgen bleiben. Dinge, die sie nicht einmal benennen können. Durch seine Fähigkeit zum eigenen Ausdruck holt er diese Wunderdinge in ihre Mitte, fordert sie heraus, bereichert ihr Leben. Selten geht das ohne Auseinandersetzungen, Unverständnis und heftiger Kritik von statten.

Der standhafte Kegel aber hat seine Mitte gefunden. Er hat sich sehr verändert. Er hat an Standhaftigkeit gewonnen.

Salzhausen, Oktober 2008

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